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Das Idealbild

Schlanke Models, perfekt aussehende Frauen, fülliges Haar und kein Gramm Fett zu viel sind Erscheinungen, die uns die Medien und Modebranche täglich vorgaukeln. Dabei sollte dem top Aussehen auch ein guter finanzieller Background, Erfolg im Job und natürlich die glückliche Familie mit dem Traumpartner folgen. Doch was ist ideal und welche Folgen habt das Idealbild auf die menschliche Seele jedes Einzelnen? Fakt ist, dass das Nacheifern selbsternannter oder von den Medien gemachter Ideale immer zur inneren Unzufriedenheit führt und Probleme in den Alltag bringt, die ohne die Gegenüberstellung und den unbewusst vorgenommenen Vergleich nicht auftreten würden. Das Ideal ist nicht die Realität, sondern ein Bild, welches erschaffen und im menschlichen Hirn verarbeitet wird. Doch sorgt es für eine Verschlechterung des Seelenheils, setzt unter Stress und verleitet Menschen dazu, ihre Persönlichkeit, das gesamte Dasein und ihre Lebensart in Frage zu stellen. Eine Frau fühlt sich immer schlecht, wenn sie das Model mit Gardemaßen betrachtet und ihr eigenes Spiegelbild im Kontext sieht. Die nachfolgende Handlung ist eine Diät, der Wunsch nach einer Schönheitsoperation und die Unzufriedenheit mit der eigenen Ausstrahlung. Es ist nicht weit hergeholt, wenn man das Ziel des Idealbildes als medienwirksames Mittel für den Konsum und die Ankurbelung der Wirtschaft betrachtet.

Was kann man tun, um sich vom Idealbild zu lösen und sich in seiner Haut wieder wohlzufühlen? Das Idealbild ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wird meist in einer Gruppe Gleichgesinnter definiert und gilt als deren ästhetisches, moralisches oder intellektuelles Merkmal. Menschen die diesem Idealbild nicht entsprechen und sich von der fiktiven Realität abheben, werden ausgeschlossen und gehören in einer Gruppe nicht zum inneren Kreis. Nie sollte man vergessen, dass ein Ideal immer nur eine Wunschvorstellung, ähnlich eines Traumes und nicht die Realität ist. Wer seinen Partner nicht nach dem Idealbild aussucht und sich auf einen Traummann konzentriert, hat in der Realität die besten Chancen, einen harmonierenden und zum eigenen Selbst passenden Partner zu finden. In der Regel bezieht sich das Idealbild auf oberflächliche Äußerlichkeiten, die im Zwischenmenschlichen wenig Bestand haben und nicht ausreichen, um Freundschaften oder Beziehungen zu pflegen. Menschen die ein Idealbild als das ansehen, was es wirklich ist, betrachten sich selbst aus einem ganz neuen Blickwinkel und fühlen sich nicht länger vom Anblick einer zum beispielsweise gertenschlanken Frau mit Rundungen an der richtigen Stelle gestört. Der Fokus auf ein Ideal führt immer zu Komplexen und eines minderen Selbstwertgefühls, da man mit jedem Blick in den Spiegel weiter vom Idealbild entfernt ist und immer neue Störfaktoren an sich selbst bemerkt.

Die Seele leidet, lässt ein Mensch sich vom Ideal beeindrucken und gewährt der fiktiven Vorstellung Bestand in der Realität. Die Betrachtung des Idealbildes als Traum, als schöne Vorstellung aber unwichtiges Detail im täglichen Dasein ist Selbsthygiene, mit der sich der Geist reinigen und frei für reale Erfahrungen und Erlebnisse machen lässt. Kein Mensch ist ideal und entspricht einem Schema, das die Gesellschaft vorgibt und das von der Werbeindustrie erschaffen wird. Am besten geht man mit dem Idealbild ebenso um, wie man seinem Kind den Unterschied zwischen einem Film und dem wirklichen Leben erklärt. Das Aufschreiben kann hilfreich sein und dafür sorgen, dass man seine eigenen Selbstzweifel täglich aufs neue ausräumen und mit einem Blick auf den Zettel aus seinen Gedanken streichen kann. Hilfreich ist auch, sich in seiner Beziehung und im Freundeskreis umzusehen und vor Augen zu führen, dass die einen umgebenden Menschen kein Idealbild wollen, sondern einen gerade aus dem Grund lieben, weil man eine Persönlichkeit mit einem Sein und Bewusstsein ist. Echte Menschen mit echten Gefühlen und echten Empfindungen sind gerade darum attraktiv, weil sie keinem Idealbild entsprechen und einfach sie selbst sind.


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