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Rache


Wenn Rachegedanken das Hirn ausschalten

Wo ein schlechtes Gefühl herrscht, ist kein Platz für positive Emotionen. Sind Sie enttäuscht worden und sinnen auf Rache, drehen sich all Ihre Gedanken nur noch um den innigen Wunsch, dem Menschen der Sie verletzt hat das Leben zur Hölle zu machen. Sie verdrängen Ihr Unrechtsbewusstsein und handeln automatisiert, denken nicht über Konsequenzen nach und sind beim Wunsch nach Rache durchaus in der Lage, Ihr gesamtes Wesen praktisch über Nacht zu verändern und von einem liebenswerten Menschen zu einem echten „Ekel“ zu mutieren.

Durch Rache versuchen Sie, Ihren eigenen Schmerz zu überspielen und Genugtuung für das zu erhalten, was man Ihnen „angetan“ hat. Es spielt für Sie keine Rolle, dass Sie den Partner durch Rache nicht zurück gewinnen oder seine neue Liebe nicht von ihm abwenden können. Denn die Rache dient einzig und allein dazu, mit der Verschmähung zu leben und (Schaden)Freude zu empfinden. Dass Sie auf einem Rachefeldzug Reputationen und Gefühle, sowie Beziehungen und Verbindungen zerstören, wird Ihnen in diesem Moment nicht bewusst und würde, selbst wenn Sie in einem kurzen Geistesblitz darüber nachdenken, nichts an den Rachegelüsten ändern.

Rache lässt liebenswerte Menschen aggressiv werden

Die Rache kommt nicht allein und ist in der Regel mit Eifersucht und Missgunst, mit Neid und Enttäuschung verbunden. Je länger sich die Grundemotionen aufstauen, umso „rachedurstiger“ werden Sie und umso mehr Aktivität investieren Sie in die Entwicklung von „sicheren“ Racheplänen und deren Umsetzung. Rachegelüste wandeln all Ihre Emotionen in tief sitzenden Hass um und bewirken ein Umdenken, nach dem Sie sogar brachiale Gewalt nicht ausschließen und als legitimes Mittel für Ihren Seelenfrieden ansehen. Je tiefer die Enttäuschung sitzt, umso morbider werden Rachepläne und umso aggressiver reagieren Sie aus dem Hass, der blinden Wut heraus. Vor allem sehr sanfte Menschen neigen bei Enttäuschung zum Hass und können vollständig die Kontrolle über sich verlieren. Aggressionen fallen bei gutmütigen, sonst ruhigen Menschen besonders stark auf, da das Umfeld mit derartigen Ausbrüchen nie gerechnet hätte und die Wesensveränderung somit viel intensiver wahrnimmt.

Rache ist die Ursache für die meisten Gewalttaten, die vor allem im Zuge einer enttäuschten Liebe verübt werden. Zu einem abgrundtiefen Hass und nicht zu bändigenden Rachegelüsten kommt es nur, wenn Sie sich mit Ihrer Enttäuschung einigeln und den Kontakt zu Ihren Freunden, der Familie oder anderen Gesprächspartnern meiden. Denn Rache entsteht im Stillen und beginnt Ihre Gedanken zu dominieren, je mehr Zeit Sie mit sich allein verbringen und je intensiver Sie sich in Ihre Enttäuschung, in den Liebeskummer oder das Gefühl der Einsamkeit steigern. Sie glauben, den Schuldigen gefunden zu haben und projizieren die Rachegedanken auf Ihren Ex-Partner oder auf die Frau, von der Sie glauben, dass sie die Beziehung zerstört und Schuld an Ihrem Dilemma hat.

Hass und Vernunft schließen sich aus

Tiefer Hass ist nicht mit Wut zu verwechseln, die in der Regel nach kurzer Zeit „verraucht“ und die Gelüste nach Rache nie über den Gedanken hinaus aufkeimen lässt. Nach Abklingen der Wut gewinnt die Vernunft wieder die Oberhand und lässt über Konsequenzen der Rache und über die Auswirkungen auf die eigene Person nachdenken. Beim Hass ist dies nicht der Fall und die Vernunft bleibt verschlossen, wodurch Sie keine zweite Stimme aus Ihrem eigenen Ich hören und Ihre Rachegelüste hinterfragen könnten. Nur Ihre Freunde und Gesprächspartner können Sie davor bewahren, durch unüberlegte Aggression und Gewalt Rache zu verüben und Ihr eigenes Leben damit zu gefährden. Es ist nicht einfach, aufkeimende Wut zu unterdrücken und die Grenze zwischen dieser und echtem Hass zu erkennen. Besonders gefährlich wird es, wenn Sie aus der Raserei in eine tiefgründige Stille übergehen und jegliche Gespräche einstellen.

Aus Rache verübte Gewalttaten entspringen nur selten einem Streit, sondern geschehen für Außenstehende oftmals aus dem Nichts. Ihren Gedanken nach Rache hängen Sie in der Stille nach und beschäftigen sich damit, den perfekten Plan zu entwickeln und Ihrem Partner oder dem Opfer der Rache das Leben zu erschweren. Das ist der Moment, in dem Sie unbedingt einen Gesprächspartner brauchen einer Stimme der Vernunft Ihr Ohr schenken sollten. Denn wenn Sie aus der Stille Ihrer Rachephantasien ausbrechen und Ihrer Aggression freien Lauf lassen, schaden Sie in erster Linie dem Menschen, dem Sie eigentlich keinen Schaden zufügen möchten. Sich selbst.

Die Rache hat viele Gesichter und kann sich in psychischer oder körperliche Gewaltausübung, in Rufschädigung oder in „kleinen Gemeinheiten“ äußern. Fakt ist aber, dass keine Form der Rache zur Lösung Ihres Problems beiträgt und die Enttäuschung in Ihrer Seele heilen wird. Vielmehr fühlen Sie sich in Ihrer neuen Position als Rächer noch viel schlechter als vor diesen Gedanken.


© 2015 Holzapfel-Coaching, Fernanda Holzapfel

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